Am Samstag gab es mal wieder eine rechte Demo inklusive Gegendemo. Wie so oft gab es wenige Rechstextreme und eine Vielzahl an Gegendemonstranten. Anlass war die Bombardierung Würzburgs 1945.
- Positionieren gegen rechts? Bin ich dabei.✅
- Leugnung historischer Tatsachen? Geht gar nicht.✅
- Gedenken an die Opfer des Zweiten Weltkriegs instrumentalisieren? Absolutes No-go.✅
- Gegendemo veranstalten? Gute Sache.✅
- Gegendemo unter dem Motto "Deutsche Täter sind keine Opfer! Gegen das Nazi-Gedenken" veranstalten? Joaaa…eher nicht so geil. 🤷
Klar, schwierige Sache, da haben die paar Rechten wirklich geschickt ein heikles Thema besetzt, aber gerade deswegen finde ich es in diesem Fall nicht gut, dass ein Oberbürgermeister Heilig als wohl auch große Teile des Stadtrats das Spiel mitspielen und so ein Motto wählen/genehmigen. Ganz wichtig, mir geht es nur um das Wording, nicht um die Gegendemo. Auf den Plakaten habe ich davon auch nichts gelesen, das waren die gängigen (und guten) Parolen wie kein Meter nach rechts etc. Aber wie kann man denn so dämlich sein und 3 Tage vor dem Gedenktag - an dem satte 20 Minuten in ganz Würzburg Glocken läuten und auch hunderte Menschen vor dem Dom stehen, die sicher kein rechtes Gedankengut haben - unter so einem Motto bei einer Demo mitlaufen? Ist da keinem ein passenderes, griffiges Motto eingefallen?
"Kein vergessen, keine Instrumentalisierung", "Geschichte darf nicht vergessen werden", "Nie wieder Krieg, rechten Einfluss im Keim ersticken", irgendwas. Aber dieses Motto...heieiei.
Konsequenterweise müsste man dann auch den Gedenkraum im Grafeneckart auflösen und die Kriegsgräberstätte der Bombenopfer des Zweiten Weltkriegs am Eingang zum Hauptfriedhofs entfernen, just sayin...An der Fassade des Grafeneckart wird jährlich auch eine Totenliste des Luftangriffs ausgehängt. Wenn ich da nächstes Jahr dick TÄTER düberschmieren würde, wäre mir Anzeige und Zeitungsartikel sicher.
Na ja, genug aufgeregt, jetzt habe ich wieder eher das Frühjahrsfest im Kopf, sind schönere Gedanken.
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