Einer der besten Griechen der Stadt - sage nicht nur ich, sagen auch die Googlebewertungen - wird nächstes Jahr schließen, das Restaurant Zur Sonne wird leider bald Geschichte sein. Ich hoffe, dass der Betreiber (Kujtim Kaci wenn die Infos auf alten Speisekartenstimmen) und seine Familie alternativ etwas anderes schönes finden, aber der Standort ist erst einmal hin.
Das Haus in der die Sonne ansässig ist, ereilt das gleiche Schicksal wie 2014 die urige Gaststätte zum Onkel: Abriss.
Und ja, so läuft es in der Welt, und wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich angeblich ja auch irgendwo ein Fenster, aber vermutlich nicht mehr in der Zellerau. Ich werde den Biergarten mit dem schönen Baumbestand, den Willkommens- und Abschieds-Ouzo, die herzliche Betreiberfamilie und vor allem das gute Essen vermissen. Ich hatte dort wirklich viele schöne Momente und werde auch gleich diese Woche nochmal hingehen, noch ist ja geöffnet - es kommen also noch ein paar hinzu :).
Vieles kommt, vieles geht, aber warum wird das Restaurant samt Wohneinheit eigentlich abgerissen? Jetzt darf jeder ein wenig würgen: Grund ist die Vergrößerung von Rewe und DM.
Klar, der Markt regelt, wenn genug Nachfrage da ist läuft das eben so, aber wirklich verstehen kann ich es nicht: Die Rewe (oder der Rewe, habe ich nie geblickt) will sich um einen Getränkemarkt erweitern. Macht natürlich Sinn, ist ja nicht so, dass man bereist Getränke verkaufen würde und der nächste Getränkefachmarkt laut Google Maps keine 900 Meter entfernt ist.
Btw, beim Logo ist gefühlt nicht die Welt los, ob sich das für die Rewe bezahlt macht? Ich bin mir da unsicher...
Auf jeden Fall muss für den versorgungstechnisch ungemein wichtigen Getränkemarkt der DM weichen. Weil man aber fair ist, darf der direkt nebenhin, eben da, wo aktuell noch die Sonne steht. Und wenn man eh schon was neues baut, warum dann nicht gleich fast vervierfachen? 200 Quadratmeter sind natürlich viel zu wenig, das müssen selbstverständlich 740 sein, man will beim Klopapier schließlich zehn verschiedene Marken zur Auswahl haben. Ist ja nicht so, das der DM bisher gut sortiert wäre und man nichts vermissen würde.
Ich habe auf die Schnelle leider nicht genau herausgefunden, wer alles im Würzburger Bau- & Ordnungsausschuss sitzt, denn dieser kongeniale Ausschuss hat hierfür bereits letzten Monat grünes Licht gegeben.
Mir stellt sich die Frage: Warum?
- Drogeriemarkt? Ist da, und 200 Quadratmeter ist jetzt ja nicht unbedingt klein
- Getränkemarkt? Ist ums Eck
- Arbeitsplätze? Maximal Nullsummenspiel, DM wird nicht mehr neue Leute einstellen, als durch die Sonne wegfallen
Ein paar Namen spuckt das Netz dann aber doch aus, wer sich im Bau- & Ordnungsausschuss so tummelt. Zum Beispiel ist da die Vorsitzende Dr. Sandra Vorlová, ihres Zeichens Klimabürgermeisterin, 2. hauptamtliche Bürgermeisterin und auch Leiterin des Umwelt- und Klimareferats. So jemand kann natürlich gut damit leben, Baumbestand, Biergarten und Grünflächen durch einen charmanten DM-Betonklotz zu ersetzen. Die anderen fünf grünen Kollegen im Ausschuss anscheinen auch.
Aber kein reines Grünen-Bashing, auch die CSU ist dabei. Ebenfalls im Ausschuss sitzen bspw. die Gastronomen Emanuele La Rosa (Vesuvio), Wolfgang Roth (diverse) und Kurt Schubert (Ratskeller). Auch hier bin maßlos enttäuscht, dass man aktiv dabei mithilft, die Vielfältigkeit der Gastronomie zu beschneiden. Es waren zwar erst Wahlen, aber das wird hoffentlich nicht vergessen werden.
Blöder Start in die Woche...
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