Montag, Juli 06, 2026

Fünfe gerade sein lassen - Milliardenedition

Mir ist eben aufgefallen, dass ich die letzten Wochen nur noch Wochenrückblicke gepostet habe - das sollte so nicht sein ;). Und über irgendwas kann man ja immer schreiben, z.B. über den heutigen Beitrag von n-tv über den Haushaltsplan 2027. Der soll 2027 von 524,5 Milliarden Euro auf 555,4 Milliarden Euro steigen. Grund ist laut Klingbeil, "man könne sich gegenüber Wladimir Putin nicht mit der schwarzen Null verteidigen". 

Die Aussage will ich so gar nicht ankreiden, aber die "Schummelei" bei den Zahlen. Wenn der Finanzminister Mehrausgaben mit dem Kriegsfall begründet, ist das OK. Hinterlistig bis infam ist aber, wenn man unter diesem Vorwand das ein oder andere Milliärdchen heimlich mit draufschlägt - in der Hoffnung, dass es kaum auffällt.

Ja, bei solchen Summen wird einem schon schwindelig, aber man kann sie kurz unter die Lupe nehmen. Laut dem Bericht sind im kommenden Kernhaushalt Ausgaben im Verteidigungsetat von 109,7 Milliarden Euro geplant - ein Drittel mehr als im Budget 2026. Und mit diesen Zahlen kann man rechnen ;)

2027 soll es also Gesamtausgaben von 555,4 Milliarden Euro geben, wovon satte 109,7 Milliarden für die Verteidigung anfallen. Einfaches Subtrahieren zeigt, dass für den ganzen Rest 445,7 Milliarden angedacht sind. Die 109,7 Milliarden sind ein Drittel mehr als im Vorjahr, d.h. wenn man 109,5 durch 1,33 teilt, hat man die Summe für Verteidigung aus dem Vorjahr, was gerundet 82,3 Milliarden entspricht. Zieht man diese 82,3 Milliarden von den kommunizierten 524,5 Milliarden vom Gesamthaushalt 2026 ab, bleiben 442,2 Milliarden übrig.

Den offensichtlichen Anstieg von 82,3 Milliarden auf 109,7 Milliarden kann man plausibel erklären, man sollte aber zumindest auf dem Schirm haben, dass "der Rest" auch gestiegen ist. Zwar im kleineren Ausmaß, aus meiner Sicht aber nicht vernachlässigbar. Prozentual fällt das natürlich nicht sehr ins Gewicht, absolut hingegen schon. Von 442,2 Milliarden auf 445,7 Milliarden sind es 3,5 Milliarden. Diese werden aufgrund der 27,4 Milliarden Mehrausgaben für Verteidigung schon fast übersehen, aber wir reden über - Achtung, Theatralik - 3500 Millionen Euro, die mehr anfallen. Kann man durchwinken, muss man aber auch nicht unbedingt. Keine Angst, ich will und werde auch nicht schwurbeln, ich vermute stark, dass das Geld vernünftig verplant ist - man könnte hier aber transparenter als "Krieg ist halt teuer" sein.

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